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L’église Saint-Sulpice in Paris: Wir stolperten mehr aus Zufall daran vorbei. Es war gleich Mittag – gerade noch Zeit, sich die Kirche anzuschauen, Jesus zu besuchen, bevor wir uns in einem Bistro auf ein Häppchen niederlassen wollten.

Gewaltig öffnete sich der Kirchenraum. Weihrauch hing im Gewölbe und liess alles in den Strahlen der durch die Fenster dringenden Mittagssonne leicht gefiltert erscheinen. Die Kirche war geragelt voll. Was war los? Um diese Zeit? Die Menschenmenge verdeckte mir alles, dunkel wie ein Scherenschnitt. Plötzlich sah ich dazwischen Weisses aufblitzen. Jugendliche in weissen Gewändern bildeten einen langen Zug hinaus ins Freie. Offenbar war eine Firmung von unglaublicher Grösse gleich zu Ende. Die Pariser Bevölkerung dieses Arrondissements hatte sich versammelt um zu feiern.

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In diesem Moment setzte die Orgel ein. Und das, kann ich Ihnen sagen, war ein gewaltiges Erlebnis! Die berühmte Orgel von Saint-Sulpice: Wie viele namhafte Organisten haben auf ihr gespielt; sie hat einen unglaublich schönen Ton! Und jetzt spielte der Organist die Toccata von Widor: seine berühmteste Komposition und DAS Orgelwerk für diese Orgel!

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Ich stand da und lauschte von einer fast unbeschreiblichen Dreidimensionalität ergriffen. Das ganze bisher erlebte Paris erschien mir in einer unfassbaren Lebendigkeit. Warum erzähle ich Ihnen das? Weil mich dieser Übergang vom blossen Betreten einer Kirche in ein umfassendes, alle Sinne ergreifendes Erlebnis mitgerissen hat und mir vielleicht eine ganz kleine Ahnung von dem verschaffte, wie es einmal sein wird, wenn wir in den Himmel, in dieses lebendigste aller Leben eintreten werden.

Tropfenteller

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paris v

Man kommt fast nicht drum herum: Der Eiffelturm ist das Wahrzeichen von Paris. Okay, unbestritten.

Schlendert man aber ein paar Strassen weiter, lädt einen der Jardin de Luxembourg zu einem ganz anderen Vergnügen ein. Inmitten dieser schönen Strassen der Stadt hat sich ein Ort der spielerischen Ruhe bewahrt. Tritt man durch die schmiedeisernen Tore, lässt man die Stadt ein bisschen hinter sich – und begegnet doch der ganzen Stadt. Da sitzen ältere Männer und spielen Schach auf den wetterfesten Tischen mit eingelassenem Brett, Kinder füttern Tauben, spielen im Sandkasten, junge Leute haben sich auf den Metallstühlen nieder gelassen, plaudern miteinander oder lesen ein Buch und geniessen die wärmenden Strahlen der Sonne. Es hätte mich nicht gewundert, wäre ich beim Spazieren auf Boule Bahnen gestossen mit Gruppen von Männern, die bedächtig ihre Kugel schieben. Vielleicht sind sie da irgendwo, ich hab sie einfach nicht gesehen.

Mitten im Park steht einer dieser runden niedrigen Brunnen, die ich in Paris des öfteren gesehen habe. Gross und kreisrund, so niedrig, dass die Leute in den Gartenstühlen bequem ihre Füsse auf den Rand stellen können. Auf dem leicht trüben, grünlichen Wasser schwimmen Holzboote in allen Farben, mit einem Kiel so gross, dass sie nicht untergehen können (mir hat das Piratenschiff am besten gefallen, aber das entspricht wohl einer eher unfrommen Seite meines Charakters). Der Wind treibt sie umher, lässt sie aufeinander treffen, ohne dass sie sich verhaken, treibt sie weiter, dem Rand entlang, bis ein Kind mit einem langen Holzstecken sein Schiffli wieder auf hohe See hinaus stösst.

JardinLuxembourg

Dieses Spiel geht offenbar schon fast ein Jahrhundert lang so. Ein so simples Spiel hat sich bewahrt inmitten dieser grossen Weltstadt mit ihren hohen Ansprüchen und ihrem Stil, mit dem sich wohl keine andere Stadt messen kann. Etwas ganz Spielerisches, Kindliches als ganz verborgenes Zentrum dieser wichtigen, so erwachsenen Welt.

Er stand da, in einem reinen, weissen Gewand. Das Licht war allein auf ihn gerichtet. Um ihn herum standen die grossen, endlos langen, schlanken Säulen der alt ehrwürdigen Kathedrale Notre Dame auf der Île de la Cité mitten auf der Seine. Der Blick steigt an ihnen empor in sich verjüngende Höhe; das morgendliche Licht dringt von Osten her in die Kirche – irgendwo her – und kann sie noch nicht ganz erfassen. Sie entschwinden in das noch nächtliche Dunkel einer Kathedrale, die von Touristen entleert ganz in sich zurück gekehrt war für eine Nacht. Mit Dem, den sie birgt.

Der Priester stand auf einem Podest. Sein weisses Messgewand glitzerte leise. Sein Blick nach vorne gewandt. Wir sassen im Chorgestühl ganz vorn, ganz nah und lauschten dem, was er uns sagte; ganz früh am Morgen, wenn die Strassen von Paris noch leer sind und nur ab und an ein schwarzer Cadillac elegant um die grossen, weiten Kurven gleitet. Seine Worte in wunderbarem Französisch waren ganz schlicht, seine Gesten ruhig und unprätentiös.

Die Seele sei ein Garten, blühend und wunderschön – und sie müsse gepflegt und geschützt werden.

Das waren seine Worte. Sie erzeugten in mir in dieser dunklen, ruhigen, alten Kathedrale ein wundervolles Bild. Und ich trat hinaus mit diesem Bild in meiner Seele, lief durch die erwachende Stadt und das bezaubernde Licht des Morgens begrüsste mich zu einem neuen Tag.

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Morgenlicht

Morgenlicht2

Morgenlicht4

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Ja, dieses Paris ist nicht alles..

Haben Sie gewusst, dass Paris auch ein Wallfahrtsort ist?

Es gibt nicht nur dieses Paris von Dior, Chanel, Cartier und Co., von den wunderschönen Bistros, Bars und Restaurants, dieses glänzende Paris, an Eleganz und Pracht kaum zu übertreffen, stilsicher bis ins Detail, gepaart mit einer unnachahmlichen Nonchalance. Nein, es gibt auch die Rue du Bac.

Die Rue du Bac ist eine Strasse, eigentlich so ziemlich im Zentrum der Stadt, an der eine kleine Kirche steht, ganz versteckt. Da ist 1830 die Muttergottes einer jungen Ordensschwester erschienen, Schwester Cathérine Labouré. Sie trug ihr unter Anderem auf, das Bild der Erscheinung als Medaille zu prägen und versprach: Wer die Medaille mit Vertrauen trüge, würde grosse Gnaden empfangen.

Gesagt, getan. Diese sogenannte Wundertätige Medaille verbreitete sich auf der ganzen Welt und hat tatsächlich viele Wunder bewirkt. Mutter Teresa hat sie bei jeder Gelegenheit verschenkt, wie man weiss. Es gibt viele, die die Medaille kennen. Man bekommt sie eigentlich ganz leicht. Ich verschenke sie oft in den Gefängnissen und trage sie auch selber.
Eine gute Sache. Kein Talisman, sondern eine Erinnerung an die Muttergottes und ihr Versprechen.

Why not sich eine besorgen?

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Und noch ein paar Blicke:

PalaisRoyal1

 

Blumenladen2

Blumenladen1

Schaufenster1

Kurzwarenladen1

Kurzwarenladen3

Kurzwarenladen2

 

Sogar ein Riesenmacaron (bereits einverleibt):

Macaron

 

Aber wie gesagt: Das ist nicht alles..

 

Obelisk

 

 

 

 

paris ii

Nun also ein paar Impressionen aus Paris. Ich war noch nie in dieser Stadt und sie hat mich beeindruckt:

Eiffelturm2

Gasse

Gasse2

Schaufenster

Schoggi

Treppenhaus3

Treppenhaus4

PalaisRoyal3

Treppenhaus2

Leuchter

Treppenhaus1

Tür

 

Aber es ist nicht alles..

Beret

Karrussell

Riesenrad

 

tagesschau

Zuvor aber noch schnell dies:

Gestern Abend wurde im Westschweizer Fernsehen RTS (Radio Télévision Suisse) ein kurzer Beitrag über mich ausgestrahlt (Sendung 19h30).

tsr.ch

paris i

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In den letzten Tagen war ich auf einem Kurztrip nach Paris. Nun büschele ich die Fotos und Gedanken und melde mich gleich wieder. A tout à l’heure!