am morga

Da ging mir an der Fronleichnamsprozession doch genau wie letztes Jahr der Schuhbändel auf. Déja-vu.. Ja, was macht man denn da? Niederknien und binden, wenn direkt hinter einem andere Menschen im Takt der Musik laufen und seitlich alles junge Bäume so dicht stehen, dass ein Ausscheren einem Kampf geglichen hätte?
Ich beschloss stillschweigend, den Rest der Prozession mit offenem Schuhbändel zu absolvieren. Betend natürlich und dezent etwas breitbeiniger als sonst um allfällige grössere Katastrophen zu vermeiden. Sie können sich ja vorstellen..

Nur kam da meine Kirchenfreundin von hinten und flüsterte mir zu: „Dein Schuhbändel ist offen..“, so als würde sie exklusiv mich vor dem Weltuntergang warnen wollen. Da blieb mir nichts anderes übrig, als mitten auf der Kreuzung die Gunst der Stunde und der fehlenden seitlichen Bäume zu nutzen und aus anderen Gründen als frommen niederzuknien um meinem Schuhbändel wieder seiner Bestimmung zuzuführen.

Prompt:
Ein älterer Dorfbewohner, eingefleischter Bündner, überholte mich (ist ja nicht schwer) und bemerkte trocken: „Das macht ma am Morga.“ Die anderen grinsten, ich auch.. und gliederte mich zufrieden und komplett beschnürt wieder in die Gemeinschaft ein.

Wie viele Dinge gäbe es, die man am Morga tun sollte, eben rechtzeitig um parat zu sein. Um sich später nicht darum kümmern zu müssen, wenn andere wichtige Dinge anstehen und die Aufmerksamkeit beanspruchen.

Und ich meine damit nicht Schuhbändel, aber Dinge, bei denen es um das Ewige Leben geht.

 

zAlp

Am Wochenende habe ich so etwas wie Kurzexerzitien auf der Alp gemacht. Eine schöne, grosse Alphütte war unser Domizil und wir richteten uns ein. Um uns herum die Bündner Berge und man konnte weit durch das Tal blicken, die Häuser ganz klein, die Kurven herzig und manchmal schlängelte sich das rote Zügli der Rhätischen Bahn durch die grüne Landschaft.

Es tat gut ein wenig Abstand zu gewinnen.

Am Abend krochen wir in unsere Schlafsäcke und an der fröstligen Temperatur merkte man, dass der Bergsommer halt doch eben erst angefangen hatte – die Schneefelder lagen nicht viel höher als unsere Hütte. Den Schlafsack bis unter das Kinn hinauf gezogen, lag ich direkt unter einem Dachfenster. Das hatte ich noch nie. Die Hütte stockdunkel, aber der Himmel draussen vollmondhell; er schien den Blick förmlich hinaus zu ziehen.

Meine Massenlagernachbarin flüsterte mir leise zu: „Das Fenster zum Himmel..“, bevor sie einschlief.
Ich schlief noch nicht gerade ein, sondern dachte darüber nach: das Fenster zum Himmel. Ist Gott da oben, ganz weit draussen in diesem Nachtblau des Himmels, das unendlich weiter zu gehen scheint? Irgendwie eine schöne Vorstellung, weil sie so unendlich ist.

Und dennoch fand ich: Nein, Er ist in mir.
So nah, dass der Begriff Raum ein Nichts wird.
So im Jetzt, dass die Zeit vergessen geht.

L1020076

seine augen

Brissago1a

Jesus, ich mag heute nicht für mich sorgen. Übernimm du.

Es dauerte keine Sekunde, da nahm Er mein Kinn in Seine Hand und hob es sanft, bis ich in Seine Augen blickte.
Ich versank in ihnen und Seine in mir.

Sein Antlitz.
Und alle Sorgen waren obsolet.

smile

Kürzlich morgens um 6Uhr30 in der Messe – der Pfarrer beim Tagesgebet:

„Barmherziger Gott, gib, dass die Gnade, die wir in der Feier der österlichen Geheimnisse empfangen haben, durch alle Tage unseres Lebens furchtbar.. äh fruchtbar bleibt. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.“

dein leben

Unbenannt-1

Ein Spruch, den ich kürzlich gelesen und über den ich lange nachgedacht habe..

leica!

Leica Schweiz ist auf mich und meine Fotografien aufmerksam geworden und hat auf ihrer Website einen Bericht publiziert:

Leica Blog Schweiz

Welch eine Ehre – danke!